Leichenfinger: Morbus Raynaud

Shownotes

Keine Angst, die neue Podcastfolge ist kein Horrortrip. Der reisserische Begriff der „Leichenhände“ bezeichnet die sogenannte Weißfingerkrankheit, medizinisch Morbus Raynaud genannt. Diese Durchblutungsstörung von Händen oder Füßen tritt insbesondere im Winter auf und sieht besorgniserregend aus. Dabei werden die Finger weiß (Blutleere) oder blau (Sauerstoffmangel) und irgendwann wieder rot, wenn die Durchblutung wieder einsetzt. Was medizinisch dahinter steckt und natürlich was man gegen die „Leichenfinger“ tun kann, darüber sprechen Volker Pietzsch und Dr. med. Sybille Freund in der heutigen Folge von „Medizin für Mitdenker“.

Alle Podcastfolgen und ein ausführliches Stichwortverzeichnis finden Sie hier: https://doktorfreund.de/podcast

Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:12: Manchmal ist es gut, wenn man keine Bilder im Kopf hat.

00:00:15: Ich habe sie jetzt leider bei unserem heutigen Thema, weil ich natürlich nachgeschaut habe und ich verstehe jetzt natürlich, warum es unter anderem auch Leichenfinger genannt wird.

00:00:26: Es hat natürlich einen Medizinischen Namen.

00:00:29: Einfach Begriff.

00:00:30: Morbus Rino heißt das.

00:00:32: Okay.

00:00:33: Und was geht's da?

00:00:34: Das heißt, es sieht sehr erschreckend aus.

00:00:38: Die Finger sind ziemlich weiß.

00:00:39: Ja, also die werden nicht mehr durchblutet kurzfristig und das tut sehr weh.

00:00:43: Es tritt insbesondere bei kaltem Wetter auf.

00:00:47: Und da gibt es zwei Formen.

00:00:48: Es gibt einmal den Morbus Rino, den ich oft in der Praxis sehe, der einfach Dadurch entsteht, dass die Gefäße sich zu eng zusammenziehen in dem Moment.

00:00:59: Und dann gibt es noch eine andere Form, die ist zurückzuführen auf Collagenosen.

00:01:04: Collagenosen sind so Autoimmunerkrankungen.

00:01:06: Also ich muss sagen, das habe ich zum Glück noch nie gesehen in der Praxis.

00:01:10: Das ist dann wirklich die seltenere Form.

00:01:12: Man muss halt an beide Alternativen denken.

00:01:14: Man muss daran denken, dass es entweder einfach nur ein Morbus-Renaud ist.

00:01:20: So einfach, also ein primärer Morbus-Renaud ist der einfach so Auftritt, man weiß dann keine Ursache dafür, das ist natürlich total blöd.

00:01:28: Also es gibt so ein paar Hinweise, warum, bei wem das Auftritt, also zum Beispiel tritt es eher auf bei Frauen, die haben eben mit dem Oestrogen da eher eine Neigung dazu, ja.

00:01:39: Und dann tritt es auf bei Leuten in der Familie zum Beispiel.

00:01:43: Also die haben auch eine genetische Pridisposition.

00:01:46: Das ist auch häufiger.

00:01:47: Und es gibt auch Verbindungen zu bestimmten Rezeptoren, die mit denen das zusammenhängt, dass die feiner reagieren.

00:01:54: Das sind so Adreno-Rezeptoren, heißen die, die reagieren also zu stark.

00:01:59: Es kommt zu einer Überreaktion.

00:02:01: Aber warum es zu dieser Überreaktion kommt, das kann irgendwie keiner erklären.

00:02:06: Und ja.

00:02:07: Okay, aber wenn du sowas in der Praxis siehst, was macht man?

00:02:11: Was empfiehlst du?

00:02:12: Erst mal frage ich natürlich, wie lange ist das schon da?

00:02:15: Und dann denke ich natürlich, dass auch eine Kollagenose dahinter stecken kann.

00:02:19: Also so eine Autoimmunerkrankung, wo das kollagenene Bindegewebe sich anders verhält als normal.

00:02:25: Und dann kann es halt zu Verwachsenen kommen, zum Beispiel, oder zu richtigen Verengungen der Blutgefäße, die wirklich... dann, wo die Durchblutung wirklich richtig beeinträchtigt wird.

00:02:37: Während bei der Colla, bei dem Remorbis Renault, über dem wir jetzt gerade reden, hat es einfach dazu mitzutun, dass es ein Gefäß Spasmus ist.

00:02:44: Also, dass das Gefäß sich zusammenzieht und die Durchblutung gerade nicht gewährleistet ist.

00:02:48: In dem Moment häufig durch kaltes Wetter, es tritt häufiger im Winter auf.

00:02:51: Bei manchen Leuten ist es auch so, dass sie besonders bei feuchtkaltem Wetter reagieren.

00:02:56: Also, da gibt es unterschiedliche Situationen für die Menschen.

00:02:59: Ja, und dann wird ein Finger oder werden mehrere Finger weiß.

00:03:03: Häufig ist es auch auf der anderen Seite, also links und rechts.

00:03:06: Es kann baldseits auftreten und das hält dann so zwanzig Minuten oder so etwa

00:03:10: an.

00:03:11: Und ja, die Finger werden richtig weiß.

00:03:13: Die Leute denken dann auch, sie haben jetzt eine Thrombose oder irgendwas Schlimmes, wenn sie es das erste Mal haben.

00:03:18: Und dann irgendwann kommt die Durchblutung wieder und das tut halt sehr weh.

00:03:21: Also man kennt das ja auch, wenn man kalte Finger hat und die wärmen sich auf, das tut ja auch weh.

00:03:26: Aber bei Morbus Rhinos ist, glaub ich, noch schlimmer.

00:03:28: Ich hab das selber nicht, deshalb kann ich es jetzt nicht genau sagen, wie stark die Schmerzempfindung ist.

00:03:33: Aber das muss schon ziemlich heftig weh tun.

00:03:35: Da kommen aber auch noch diese optischen Dinge.

00:03:37: So haben wir angefangen, kommen auch noch irgendwie dazu.

00:03:40: Neben dem eigentlichen Krankheitsbild ist das natürlich auch nicht schön, ne?

00:03:43: Ja, genau.

00:03:44: Also ist das natürlich optisch nicht schön.

00:03:46: Dann kriegt man halt ein schreckes Erste mal und irgendwann kennt man's und weiß, was da passiert.

00:03:51: Das Ding ist nur, wenn man eine Collagenose im Hintergrund hat, was wirklich sehr selten ist.

00:03:56: dann verändert sich auch tatsächlich die Durchblutung, deshalb sollte man danach gucken und die Gefäße gehen kaputt und irgendwann kommt es zum Absterben von bestimmten Teilen.

00:04:07: Und diese Durchblutungsstörung können übrigens dann auch die inneren Organe betreffen, also das Herz, an den die kleinen Herzgefäße zum Beispiel, da kann das dann auch passieren.

00:04:17: Das passiert aber nicht, wenn man diesen primären Morbus Renault hat, von dem ich jetzt verspreche oder den funktionellen Morbus Renault.

00:04:25: Das heißt also, wenn man keine Collagenose im Hintergrund hat, sondern einfach nur kalten Finger kriegt und also diese leichen Finger kriegt, das klingt so despektierlich, wenn man diese leichen Finger kriegt.

00:04:37: da nichts dahinter ist.

00:04:38: Also dann passiert auch in den Organen nichts.

00:04:41: Weil da kann man ja natürlich Angst kriegen, dass man denkt, wenn jetzt meine Finger auf einmal schlecht durchblutet sind, was passiert denn dann in meinen inneren Organen?

00:04:48: Ist da jetzt auch auf einmal die Durchblutung schlecht?

00:04:50: Aber das passiert nicht.

00:04:52: Genau, das ist nämlich genau mein Punkt.

00:04:56: So welche Optionen gibt es?

00:04:58: Was kann man dagegen tun?

00:05:00: Also es gibt medizinische Optionen, man kann ELOPROST geben oder PDE-Fünfhämmer, aber das sind natürlich Medikamente, die wirklich auch starke Nebenwirkungen haben können.

00:05:10: Die sehe ich jetzt eher beim sekundären Renault, also wenn man dann eine Collagenose hat, damit man überhaupt die Durchblutung noch aufrecht erhalten kann.

00:05:19: Aber wenn man diesen primären oder funktionellen Morbus Renault hat, wie ich es eben beschrieben habe, wo einfach die Steuerung nicht funktioniert, da kann man dann natürlich steuerungsmäßig eingreifen und versuchen, da was dran zu drehen.

00:05:32: Und zwar können wir das machen mit der Oxivenierung möglicherweise.

00:05:35: Also das kann man versuchen, das ist kein Heilungsversprechen.

00:05:40: Denken und kann gucken, was man damit bewirken kann.

00:05:42: Denn bei der Oxivenierung wird Prosta zu clean frei, das wiederum auch die Gefäßqualität verbessert.

00:05:49: Es wird viel mehr NO-Frei, Stickstoff Monoxid, was die Durchblutung verbessert.

00:05:54: Und wenn man das häufiger macht, dann kann das quasi auch ein Trainingseffekt geben eventuell.

00:05:58: Und das andere, was man versuchen kann, es nie erziehen zu geben, das ist B-III.

00:06:03: Darüber haben wir auch mal ein Podcast gemacht über Oxivenierung übrigens auch.

00:06:07: Und das Vitamin B-III, das Niacin, das macht die Gefäße weit und das trainiert auch diesen Bewegungsmechanismus.

00:06:15: Ja, und das wären Vorschläge von mir, aber das sollte man unbedingt mit einem Therapeuten besprechen.

00:06:19: Keinesfalls irgendwie selber machen, Oxyvernierung geht eh nicht.

00:06:22: Da braucht man einen Therapeuten, aber auch das Niacin selber einnehmen.

00:06:25: Unbedingt mit einem Therapeuten besprechen, damit man nichts übersieht und damit man es dann auch richtig macht.

00:06:31: Und das heißt, wenn man das einmal im Griff hat, ist es dann weg oder besteht das Riesel?

00:06:35: Nein.

00:06:37: Gute Frage.

00:06:38: Gute Frage.

00:06:39: Nein, das ist ein chronisches Problem und was wir nur versuchen können, ist die Situation zu verbessern.

00:06:44: Also ich habe Patienten, da habe ich die Erfahrung gemacht, dass es besser geworden ist unter den Therapien.

00:06:49: kann natürlich auch mal zufällig sein, wissen wir ja nie.

00:06:52: Da muss man ja immer ganz vorsichtig sein mit solchen Aussagen, gerade in unserem Bereich.

00:06:56: Aber ja, ich sehe da Verbesserungen und man muss aber trotzdem ein bisschen den Blick drauf haben, dass man da eine Empfindlichkeit hat, mit der man dann auch leben muss.

00:07:05: Also das ist jetzt nichts, wo man sagt, das können wir heilen.

00:07:11: Medizin für Mitdenker.

00:07:13: Der etwas andere Gesundheits-Podcast mit Volker Pietsch und Dr.

00:07:18: Mezibille Freund.

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