Deine Gene - Dein Schicksal?
Shownotes
„Das ist genetisch bedingt“ - das klingt meist nach „Da kannste eh nix machen“. Natürlich gibt es genetische Eigenheiten oder Gen-Defekte, die unveränderlich sind und bei denen es keine wirklichen therapeutischen Möglichkeiten gibt. Aber wir alle tragen kleine genetische Veränderungen in uns, die dazu führen, dass unser Körper anders reagiert als bei anderen Menschen. Und bei vielen dieser kleinen Besonderheiten gibt es sehr wohl Möglichkeiten, dem Körper zu helfen. Und es ist sogar möglich, Gene an- oder abzuschalten - ganz ohne gentechnische Eingriffe. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in der heutigen Folge von „Medizin für Mitdenker“, die wirklich für Mitdenker ist: lange Fachbegriffe inklusive!
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Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:11: Heute sprechen wir wieder mal über das Thema der Gene.
00:00:16: Und ich glaube, da gibt es auch große Unterschiede.
00:00:18: Denn es gibt Dinge auf die haben wir durchaus mit unserer Lebensweise Einfluss und dann gibt es Dinge ... ja, da weiß ich gar nicht... Haben wir vielleicht weniger oder gar keinen Einfluß?
00:00:29: Ja genau!
00:00:30: Also ich wollte mal darüber sprechen, wie sich genetische Veränderungen unterscheiden können.
00:00:35: Weil es gibt ja Genveränderung, die nennt man eine Mutation und da ist wirklich was deutlich verändert im Erbgut und das kann dann zu Erkrankungen wie Mucoviscydose oder Trisomie ein zwanzig oder so führen.
00:00:48: Das sind Veränderung mit denen kommt man auf die Welt und sie sind dann so und daran kann man nichts ändern.
00:00:53: Das sind dann Erbkrankheiten, nennt Oder es sind halt ganz starke Veränderungen im Genom.
00:00:59: Dann
00:00:59: kann in der Situation nichts ändern, aber das ist jetzt nicht Thema dieses Podcasts.
00:01:03: Aber es gibt natürlich, hoffe ich doch mal für das ein oder andere dann doch irgendwelche Therapieideen?
00:01:09: Ja, da gibt's schon... Es gibt da Möglichkeiten den Menschen zu helfen, aber man kann eben die Genetik nicht verändern.
00:01:15: Das geht nicht so!
00:01:17: Zumindest derzeit nicht.
00:01:18: Könnte sein dass das irgendwann kommt.
00:01:21: Naja.. Ist so eine Sache.
00:01:23: Und es gibt aber auch andere Veränderungen in der Genetik, die nennt man Snips.
00:01:27: Single Nucleotid Polymorphisms heißen sie und das ist eine Unterform von Mutationen.
00:01:32: da gibt's Veränderung von einzelnen Basenpaaren und diese Veränderungs sind sehr häufig bei sehr vielen Leuten.
00:01:39: also viele Menschen haben diese Veranderung.
00:01:42: Man könnte jetzt sagen wenn wir die DNA haben als Kochbuch vielleicht ja?
00:01:47: Das ist unser Kochbuch!
00:01:48: Da werden die Rezepte rausgeschrieben für alles Mögliche Und in einem Kochbuch ist jetzt ein richtig grober Schreitfehler, da steht dann nicht einen Teelöffelsalz sondern ein Kilo Salz.
00:01:59: Dann wäre das wirklich eine genetische Mutation weil mit diesem Rezept kannst du wirklich nichts anfangen.
00:02:05: Ein Kilo Salz wäre einfach viel zuviel.
00:02:07: dieses Rezept funktioniert nicht.
00:02:09: aber wenn Du zum Beispiel in dem Rezeptbuch mal ne Veränderung hast vielleicht statt Petersilie Koriander dann schmeckt das Rezept anders?
00:02:20: Und es funktioniert irgendwie anders, aber es funktioniert noch.
00:02:24: So ähnlich jetzt so mal bildlich gesprochen könnte man sich vorstellen wie sich Snips und richtige genetische Veränderungen unterscheiden.
00:02:32: Jetzt
00:02:33: funktioniert das Rezept irgendwie noch?
00:02:35: Aber nicht ganz!
00:02:37: Wie gehe ich damit um?
00:02:39: Ja genau dann ist es also zum Beispiel... damit meine ich zum Beispiel diese Veränderung wie Methylen-Tetrahydrofolatreduktase MTHFR was ja bei relativ vielen Leuten nicht ganz gut funktioniert.
00:02:49: Diese MTHF-R stellt die gute Fohlsäure zur Verfügung, die wir brauchen um richtige Methylgruppen zu haben nachher für die Aminosäurebildung und so weiter.
00:03:00: also das geht dann mit... Die Fohllsäure verbindet sich dann mit Vitamin B-II und Hormozysin.
00:03:06: zum Methionin.
00:03:07: Das ist ein ganz berühmter Weg eigentlich Und aus dem Methionim wird dann S-HM, S-Adenosil, Methionine.
00:03:16: Das wird dann verwendet für ganz viele Stoffwechselvorgänge.
00:03:20: Aber dafür brauchen wir eben diese gute Fohlsäure.
00:03:22: und wenn bei etwa vierzig bis zu vierzig Prozent der Bevölkerung ungefähr Snips vorliegen, also Veränderungen der Methyl-Methylenthetrahydrofolatreduktase Dann wird eben diese Grundlage nicht geschaffen Und dann funktioniert eben manches nicht so gut wie es funktionieren könnte.
00:03:39: sagen wir mal Es funktioniert schon noch aber es funktioniert ein bisschen schlechter Fertig!
00:03:47: Das ist dann schon mal ganz einfach.
00:03:49: Ja gut, aber es ist ja auch mal schön wenn es, sag ich mal... ...wenn wir schon bei dem Rezeptbild bleiben einfache Rezepte manchmal gibt?
00:03:56: Ja genau und da gibt's schon Möglichkeiten einiges zu tun bei diesen Snips, bei diesen kleineren Mutationen.
00:04:03: Und das ist mir halt wichtig dass man weiß, dass es da einen großen Unterschied gibt zwischen diesen großen Mutation die wirklich zur Erbkrankheiten führen und dann diese relativ kleinen Mutation bei denen man dem Körper auch wirklich helfen kann, sich wieder zu regulieren.
00:04:19: Das heißt aber es ist trotzdem dann dass man mit Tests gucken muss.
00:04:23: was liegt hier vor?
00:04:24: Man muss nicht unbedingt also vieles kann man durch die anderen Nese rausfinden einfach über das Gespräch.
00:04:29: da kann man schon den Verdacht finden dass MTHFR vorliegt.
00:04:32: zum Beispiel ein Zeichen ist auch wenn man jemanden untersucht dass das Zungenbändchen zu kurz ist hier unten Dass man die Zunge nicht richtig rausschrecken kann vielleicht nur bis Aber nicht wirklich richtig.
00:04:44: Und dieses angewachsene Zungenbänchen oder andere Veränderung, also wenn man zum Beispiel eine Rippe zu wenig hat oder ein Wirbelkörper verändert oder was weiß ich?
00:04:53: Also diese ganzen morphologischen Veränderungen am Körper können schon mal darauf hinweisen dass man einen MTHR-Problem hat.
00:05:01: warum?
00:05:02: weil eben diese gesunde Fohlsorge, diese gute Fohlsorge wichtig ist für die Zellbildung und wenn dann etwas nicht funktioniert hat im Wachstum in der Entwicklung sind halt zählen nicht richtig gebildet worden, dann gibt es eben diese Veränderungen unter Umständen.
00:05:17: Das heißt aber auch wenn ich das jetzt höre, dass hier so Kleinigkeiten da ein Bändchen fehlt... ...das ist etwas, das merkt man ja auch tatsächlich nur durch längere Gespräche weil das kommt ja sage ich mal in einem drei bis vier Minuten-Gespräch in der Regel.
00:05:31: Er wird das ja nicht zum Thema?
00:05:32: Ja, das stimmt!
00:05:33: Also der Zungmännchen ist zu kurz.
00:05:35: also das ist da aber zu kurz und Da muss man drüber reden.
00:05:40: Es gibt noch andere Hinweise,
00:05:41: z.B.,
00:05:41: wenn jemand bei Stress nicht runterkommt... Da gibt es zum Beispiel die Kommt COMT.
00:05:46: Das ist ein Gen das dafür zuständig ist Adrenalin und Nordrinalin abzubauen oder MAOA Und ist auch so einem Gen.
00:05:55: Die kann man dann zum Beispiel fördern in ihrer Aktivität indem man Magnesium gibt Oder die anderen Co-Faktoren für diese Enzyme aus diesen Genen entstehen.
00:06:06: Also es ist ja immer so, wir haben ein Gen und daraus davon wird ein Enzym abgelesen.
00:06:12: Und also wenn wir jetzt darüber sprechen über dieses Snips da haben wir einen Gen mit Thylentetrahydrofolatreduktase Gen und dann wird das Enzym mit Thylentetrahydrofoladreductase abgelesen.
00:06:23: Damit dieses Enzym was dann von weniger Genen produziert wird damit dieses Enzymen funktioniert stellen wir dem einfach mehr Substrat zur Verfügung und mehr Co-Faktoren sodass dass einfach mehr Benzin hat sozusagen, um zu funktionieren.
00:06:37: Denn schon nicht so gut funktioniert aber das kann man eben dadurch beeinflussen.
00:06:42: Ich bin sehr gespannt wie das Transkript aus dieser Episode aussehen wird Weil ich glaube es sind herausfordernde Worte die wahrscheinlich so Zeilenlänge haben wenn ich das gerade so richtig verfolge.
00:06:55: Ja ich habe mich ja bemüht und bin bei manchen Worten nur beim Abkürzungen geblieben
00:07:00: Aber auch das gehört natürlich dazu, ne?
00:07:02: Das heißt wenn man solche Dinge erklären möchte dann gehören manchmal lange Begriffe dazu.
00:07:07: Ja ja, das stimmt!
00:07:09: Ja und dann gibt es eben auch noch die Epigenetik.
00:07:11: Die müssen wir auch noch ansprechen.
00:07:13: also bei der Epigenätik ist es so dass Gene angeschaltet werden oder abgeschaltet werden Und dafür sind Methylgruppen zum Beispiel schon wieder ganz wichtig.
00:07:21: Also sie können wirklich angeschalten und abgeschaltet werden.
00:07:25: Durch schlechten Lebensstil können die zum Beispiel abgeschaltet werden, also gerade wenn jemand schon ein Problem hat mit Methylenthetrahydrofolatproduktase und dann raucht und Trinkt, Drogen nimmt und Stress hat.
00:07:39: Und was weiß ich nicht noch?
00:07:40: Mit Giftstoffen konfrontiert es dann kann tatsächlich dieses Enzym auch noch in der Aktivität gebremst werden.
00:07:47: Also gibt einen Gen, das mir gerade einfällt, was öfter bei mir an der Praxis vorkommt, dass ist die MTR.
00:07:52: Das ist das Gen bei durch dessen Enzymen tatsächlich dann die Folsäure und dass B-II unter Somozystein durchmüssen zum Methionin.
00:08:01: Und dieses Enzym, das wird z.B.
00:08:03: gestört durch Stickstoffmonoxid.
00:08:05: Das ist ein Produkt was oder ein Stoff der ausgeschieden wird auch bei Entzündungen und die Gefäße erweitert eigentlich eine gute Funktion hat.
00:08:14: Und dann auch durch TNF-Alpha also durch einen Entzündenfaktor durch H-IIO II, das ist Wasserstoffperoxid Und durch Quecksilber wird es auch gebremst, dieses Enzym.
00:08:26: Damit kann man quasi diese Enzyme dann blockieren bzw.
00:08:30: die Epigenetik blockieren so dass diese Enzüme nicht mehr richtig gebildet werden und dann muss man eben sein Lebensstil ändern.
00:08:38: Dieses An- und Abschalten das ist aber jetzt sage ich mal... muss ich mir nicht vorstellen wie ein Lichtschalter, sondern das ist die Lebensweise und dadurch reagiert der Körper
00:08:51: allen.
00:09:12: demethyliert oder methyliert wird.
00:09:14: Da kann ich dir auch nicht ganz genau im Detail sagen, was ganz genau passiert.
00:09:17: Da bin ich tatsächlich jetzt überfragt.
00:09:19: aber... Ich weiß dass die Enzymaktivität auf jeden Fall gebremst werden kann.
00:09:24: ob da jetzt genau tatsächlich durch das Quechsel war?
00:09:29: Ob da jetzt das Enzyme deaktiviert wird oder das Genebepi genetisch beeinflusst wird Das kann ich Dir nicht ganz sicher sagen.
00:09:37: Ja ich versuche bei dem Bild zu bleiben das heißt der Schalter, also es heißt ich muss schon aufstehen.
00:09:43: Ich muss hingehen zum Schalter und muss ihn bedienen.
00:09:45: Also das gehört was dazu?
00:09:46: Ja, auf jeden Fall!
00:09:47: Wenn wir z.B.
00:09:48: weniger Methylgruppen haben dann kann ich ganz sicher sagen ist galt jetzt eben meine Unsicherheit gerade dieser MTA ja und diesen Einschränkungen da kann ich nicht ganz sicher auch welcher Ebene stattfindet.
00:09:59: aber wenn du nicht genug Methyl Gruppen hast weil du ein Folsäuremangel hast von dieser guten Folsaurauffonfolat Dann kann es sein dass dir die Methyl-Gruppen fehlen um dieses Schalter zu betätigen.
00:10:10: Das ist definitiv so.
00:10:12: Deshalb ist mir ja immer so wichtig, dass die Leute B-Vitamine nehmen.
00:10:15: Aber auch da muss man sagen Wenn man dann diese B- Vitamine nimmt Dann kann es schon mal passieren das es zu einer Hypermethilierung kommt Also, dass jemand zu viel Methylgruppen bildet.
00:10:27: Das kann passieren und dann merkt man Man wird auf einmal aufgeregt, man verträgt B-vitamine zum Beispiel nicht.
00:10:32: also gerade dieses Methylkobalamin Also dieses methylierte B-Zwölf oder auch Methylfolat Das sind ja schon Methyl Gruppen.
00:10:39: Und wenn man die dann reingibt in ein Organismus mit einem B-Komplex, kann das manchmal sein.
00:10:43: Das ist zwar recht selten aber es kann sein dass die Leute das nicht vertragen.
00:10:48: und dann muss man entweder einen B-komplex ohne Folsauro und ohne B-Zwölf geben oder man gibt einen Kalziumfolinat, das wäre eine Folsaurro ohne Methylgruppe und... Oder man gibt eine Hydroxo-, oder einen Hydroxo-, oder Adenosylkobalamin zum Beispiel.
00:11:05: Das wäre die Alternative zu Methylkobilamin.
00:11:07: Also da merkt man schon, es sind so Sachen.
00:11:09: Die würde ich dann gerne lieber als Therapeutin machen und besprechen weil das halt alles sehr komplex ist.
00:11:16: Und da muss sich auch sagen Da ist es für uns Ärztinnen und Ärzte glaub' ich schon ein Bereich der dann komplex
00:11:32: wird.
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